Du hast eine Website.
Sie sieht ordentlich aus.
Deine Angebote sind irgendwo darauf zu finden.
Du hast Fotos machen lassen, Texte geschrieben und viel Zeit investiert.
Aber Anfragen?
Weniger als erwartet.
Dann entsteht schnell der Gedanke:
„Ich brauche eine bessere Website."
Vielleicht.
Aber sehr häufig beginnt das Problem vor der Website.
Eine Website kann nur zeigen, was vorher geklärt wurde
Eine Website ist kein Ersatz für Positionierung.
Wenn nicht klar ist, für wen du arbeitest, kann das Design diese Entscheidung nicht treffen.
Wenn dein Angebot diffus ist, kann ein schöner Button es nicht verständlich machen.
Wenn der Nutzen unklar ist, rettet auch die beste Headline ihn nicht.
Deshalb stelle ich bei Website-Projekten zunächst viele Fragen.
Nicht, weil ich das Projekt komplizierter machen möchte.
Sondern weil die Antworten später bestimmen, was die Website überhaupt sagen soll.
„Ich wollte doch eigentlich nur eine Website"
Genau darin liegt oft die Überraschung.
Du kommst mit dem Wunsch nach einer neuen Website und plötzlich geht es um Fragen wie:
- —Wer soll eigentlich buchen?
- —Was genau verkaufst du?
- —Welches Angebot soll im Mittelpunkt stehen?
- —Was unterscheidet dich?
- —Welche Veränderung kauft deine Kundin bei dir?
- —Wie kommt sie vom ersten Besuch zur Buchung?
Diese Fragen fühlen sich zunächst vielleicht nicht nach Webdesign an.
Aber ohne ihre Antworten entsteht häufig nur eine schönere Version derselben Unklarheit.
5 Gründe, warum eine Website nicht verkauft
1. Ich verstehe nicht sofort, ob ich gemeint bin
Deine Startseite hat nur wenige Sekunden, um Orientierung zu schaffen.
Eine schöne Aussage darf emotional sein.
Aber sie sollte zusammen mit Subheadline und Kontext schnell verständlich machen, worum es geht.
Die Besucherin sollte nicht erst drei Absätze lesen müssen, um herauszufinden, was du anbietest.
2. Du beschreibst deine Arbeit statt den Nutzen
„Yoga, Meditation und Breathwork."
Das ist eine Leistungsbeschreibung.
Die Kundin denkt aber möglicherweise: Hilft mir das bei meinem Problem?
Gute Website-Texte verbinden Methode und gewünschte Veränderung.
3. Es gibt zu viele gleichwertige Angebote
Sieben Angebote. Sechs Buttons. Vier mögliche Einstiege.
Aus deiner Perspektive zeigt das Vielfalt. Aus Kundinnensicht kann es Arbeit bedeuten.
Eine Website sollte nicht nur zeigen, was alles möglich ist.
Sie sollte Orientierung geben, was jetzt sinnvoll ist.
4. Es fehlt Vertrauen
Je höher der Preis, desto stärker wird die Frage: Kann diese Person das wirklich?
Ausbildungen, Erfahrung, konkrete Arbeitsbeispiele, Kundenstimmen und nachvollziehbare Ergebnisse helfen bei dieser Entscheidung.
Nicht als Selbstdarstellung.
Sondern als Risikoreduktion.
5. Der nächste Schritt ist nicht eindeutig
„Mehr erfahren." „Kontakt." „Entdecken." „Kennenlernen."
Was passiert danach?
Ein guter CTA macht den nächsten Schritt konkret.
Bei einem Self-Service-Angebot darf das beispielsweise einfach heißen: Jetzt starten.
Bei einem hochpreisigen Mentoring dagegen: Mentoring kennenlernen.
Design kommt danach
Natürlich spielt Design eine Rolle.
Typografie, Weißraum, Bilder, Farben und mobile Darstellung beeinflussen Wahrnehmung und Vertrauen.
Aber Design sollte Klarheit sichtbar machen.
Nicht versuchen, fehlende Klarheit zu kaschieren.
Die Frage, ob du zuerst an Positionierung oder an mehr Reichweite arbeiten solltest, beantwortet dieser Artikel genauer.
Die bessere Reihenfolge für eine neue Website
Bevor du Replit, WordPress, Squarespace oder irgendein anderes System öffnest, kläre:
Positionierung
Für wen bist du besonders relevant?
Angebot
Was kann diese Person kaufen?
Botschaft
Wie erklärst du den Wert?
Seitenstruktur
Welche Informationen braucht sie in welcher Reihenfolge?
Buchungsweg
Was soll sie als Nächstes tun?
Design und Technik
Jetzt bekommt die Website ihre Form.
So wird aus „Ich brauche eine Website" ein deutlich wertvolleres Projekt: Ich brauche einen Auftritt, der meine Arbeit verständlich und buchbar macht.
Vielleicht ist deine Website also gar nicht das eigentliche Problem
Wenn Menschen, die dich persönlich kennen, deine Arbeit sofort verstehen und begeistert empfehlen, während fremde Website-Besucherinnen kaum reagieren, fehlt wahrscheinlich nicht deine Kompetenz.
Es fehlt die Übersetzung.
Und genau das ist die Aufgabe eines guten Auftritts.